durcheinander ist eve heute.
eigentlich weiß sie, dass er nicht der richtige ist.
eigentlich weiß sie, dass sie es beenden sollte.
dass sie loslassen sollte.
aber eigentlich hat sie ihn viel zu lieb dafür.
aber das ist ja immer so.
sie lernt jemanden kennen. sie findet ihn toll. sie denkt, er wäre anders. er wäre anders als die anderen.
anfangs ist das auch so. alles ist schön! alles ist wunderbar. alles ist anders.
doch schon nach ein zwei monaten merkt sie es.
da ist doch etwas nicht so,wie es eigentlich sein sollte.
da ist irgendetwas, was nicht stimmt, was nicht passt.
aber es ist grad so schön. endlich wieder nähe, endlich wieder zärtlichkeit, endlich wieder zweisamkeit.
„du bist zu wählersich“ sagen die einen.
„du siehst das zu eng“ sagen die anderen.
eve denkt sich, dass sie das alles wahrscheinlich viel zu eng sieht und zu wählerisch ist. also versucht sie es.
sie versucht es diesmal auf einem anderen weg. sie versucht es immer auf einem anderen weg. diesmal will sie es richtig angehen. alles möglichst frühzeitig ansprechen, darüber reden, bloss nicht wieder in etwas hineinfahren, was man nicht mehr ändern kann.
anfangs klappt es auch ganz gut. anfangs. aber mit der zeit wird es immer schwieriger.
ihr humor wäre zu krass. er versteht vieles ganz falsch. er fällt immer wieder in depressive stimmungen. die lieben worte lassen nach. die aufmerksamkeit wird weniger. alles entfernt sich immer mehr…
er braucht zeit. zeit sich in seinem leben zurecht zu finden.
hatten wir das nicht schon einmal?
warum trifft eve immer wieder auf solche typen?
warum sind sie alle gleich?
„es liegt an dir, an deiner kindheit“ weiß ihre schwester. sie hat nämlich das gleiche problem. nächstes mal bringt sie ein paar bücher mit.
vielleicht ändert sich ja diesmal was?
aber momentan steht sie immer noch vor der frage ob sie es beenden soll oder nicht.
sie weiß, dass sie es tun muss. irgendwann ist es sowieso an der zeit. aber es ist schwer…
es ist sehr schwer…
loslassen können ist schwer…
ich will noch nicht…jetzt noch nicht…
warum?